Ein Abend vom Verband Ariadne und Gärtnerei Schullian

So zahlreiche Menschen, immer wieder zusätzliche Stühle und am Ende eine lange Schlange am Büchertisch: Der Abend mit Leon Engler am 24. September 2026 in der Gärtnerei Schullian in Bozen ist auf großes Interesse gestoßen – und hat vor allem eines gezeigt: Psychische Gesundheit lässt sich gut über Kultur, Literatur und Begegnung zum Thema machen.

Der Titel des Romans „Botanik des Wahnsinns“ hätte kaum besser zu diesem besonderen Ort passen können. Zwischen Pflanzen und stilvollen Dekorationsstücken las der Autor und Psychologe Leon Engler aus seinem Roman, erzählte von dessen Entstehung und nahm das Publikum mit in die Gedankenwelt seiner Geschichte.

Im Mittelpunkt stehen psychische Erkrankungen, familiäre Prägungen und die Frage, was von einer Generation der nächsten weitergegeben wird. Engler verbindet dabei literarische Geschichte mit psychologischen und gesellschaftlichen Fragen. Er erzählt von einem Protagonisten, der seinem familiären „Erbe“ auf den Grund gehen möchte – und dabei immer wieder vor der Frage steht, wo die Grenze zwischen Normalität und Krankheit eigentlich verläuft.

Eine besonders eindringliche Frage aus dem Roman lautet: „Wann bin ich an der Reihe?“.

Und immer wieder zeigte sich, wie viel literarischer und auch humorvoller Zugang in dem ernsten Thema steckt. So beschreibt der Protagonist seine Suche nach Glück und Unglück mit den Worten: „Ich ziehe nach Palermo, lebe auf zehn Quadratmetern und suche das Glück. Ich ziehe nach Berlin, lebe auf neun Quadratmetern und vermeide das Unglück.“

Nach lang anhaltendem Applaus klang der Abend in entspannter Atmosphäre aus. Viele der Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, am Büchertisch ein Exemplar zu erwerben, das der Autor gerne signierte. Dabei blieb auch Zeit für persönliche Gespräche und Begegnungen. Beim anschließenden Umtrunk verteilten sich die Gäste in der Gärtnerei, kamen miteinander ins Gespräch, lachten und tauschten sich angeregt über das Gehörte aus.

Genau das war vielleicht das Schönste an diesem Abend: Aus einer Lesung wurde Begegnung. ein Raum, in dem Literatur und psychische Gesundheit zusammenkamen – und in dem Menschen miteinander ins Gespräch kamen.

Ein großes Dankeschön an die Gärtnerei Schullian für den besonderen Rahmen und die Gastfreundschaft, an Luigi Loddi für die Moderation, an Leon Engler für diesen außergewöhnlichen Abend und an die vielen Teilnehmer*innen, die diesen Abend mit uns gestaltet und so besonders gemacht haben.