Tagung: Depression-Demenz – Demenz-Depression

Der Verband Ariadne organisierte gemeinsam mit der Südtiroler Alzheimervereinigung (ASAA) und der Sozialgenossenschaft Cedocs am 17. November 2017 in Bozen eine Tagung zum Thema „Depression – Demenz“. Ein Thema, das viele interessiert – und so war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt.

„Das Schlimme an einer Demenz ist, dass wir die Kontrolle über unser eigenes Leben, das wir uns aufgebaut, uns erarbeitet, uns verdient haben, verlieren. Wir sind völlig vom Gutdünken einer anderen Person abhängig, wir haben wenig bis kein Mitspracherecht, unsere Meinung zählt nicht mehr. Diese Stresssituation verschlechtert die Symptome und beschleunigt den Abbau.“ Laura Turati spricht als Unternehmerin und als Mitglied der Kommission für Chancengleichheit der Provinz Verona, aber auch aus ihrer persönlichen Erfahrung als Tochter. Depressionen und Demenz sind auf dem Vormarsch und es ist wichtig, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Dementielle Erkrankungen wirken sich auch auf die Bevölkerung aus: Erkrankt ein Arbeiter, hat das Einfluss auf die Produktion, Angehörige geben ihre Arbeitsstelle auf um den Betroffenen zu pflegen, was sich enorm kostenintensiv auf das gesamte Sozialsystem auswirkt.

„Menschen mit Depressionen sind doppelt gefährdet, an Demenz zu erkranken. Die richtige Diagnose und die Behandlung sind wichtig, denn die Depression kann eine Demenz initiieren oder deren Symptome verschlechtern. Viele Patient/innen erfahren eine Fehldiagnose Demenz obwohl sie eigentlich keine haben“, sagt Dr. Ivano Simioni, Facharzt für Psychiatrie in Bruneck.

Menschen, die dem Altern positive Seiten abgewinnen und ihren Lebensabend aktiv gestalten, haben ein geringeres Risiko, an Depression und/oder Demenz zu erkranken. Allerdings ist es wichtig, sich nach den Wünschen der betroffenen Person zu richten, da jegliche aufgezwungene Tätigkeit als weiterer Verlust der Selbstständigkeit erlebt wird und sich negativ auswirkt.

Psychische Erkrankungen und Demenz waren und sind immer noch ein Tabu und mit Vorurteilen behaftet. In der Aufklärung und Sensibilisierung spielen die Medien eine nicht unbedeutende Rolle. Am Runden Tisch diskutierten Vertreter/innen von Zeitung, Radio und Fernsehen über eine angemessene Berichterstattung, über Information und Berufsethik.

Die Unterlagen zur Tagung vom 17. November 2017 in Bozen können hier heruntergeladen werden.

„Depression und Demenz: Problematiken aus familiärer, wirtschaftlicher, sozialer und geschlechtsspezifischer Sicht“ 
Laura Turati (in italienischer Sprache)

„Depression und Demenz aus der Sicht eines Arztes“
Dr. Ivano Simioni (in italienischer Sprache)